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www.birdy-freunde.de/birdy/wartung.html - ausgedruckt am 04.02.2012
Auch das Birdy braucht von Zeit zu Zeit Wartung. Das meiste unterscheidet sich nicht von der Wartung eines anderen Fahrrades: Kettenpflege, -austausch, Einstellung der Bremse und Austausch der Bremsbeläge, Einstellung der Gangschaltung. Dafür verweisen wir auf die einschlägige Literatur.
Wir wollen uns hier lediglich mit den Dingen beschäftigen, die sich von einem anderen Fahrrad unterscheiden. Im Übrigen verweisen wir auf den "Service- und Wartungszeitplan" in der Bedienungsanleitung für Birdys bis Modelljahr 2002 (Teil 2) auf Seite 63, in der aktuellen ab Modelljahr 2003 auf Seite 54.
Für die Montage von Zubehör verweisen wir auch auf die Dokumentationen von riese und müller.
Wichtig zu wissen: Analog den allgemeinen Empfehlungen zu Alulenkern (unabängig von der Art des Fahrrades), diese alle zwei Jahre auszutauschen, gibt der Service- und Wartungsplan ab Auflage 2002 an, dass der Lenker mindestens alle zwei Jahre geprüft und getauscht, Vorbau und Gabelschaft mindestens alle drei Jahre getauscht werden sollen. Im September 2005 ereignete sich ein schwerer Unfall durch einen gebrochenen Vorbau aus dem Jahre 2000. Aktuelle Vorbauten sind an den Schweißverbindungen wesentlich stabiler konstruiert und gefertigt.
Hinweis: Wartungsarbeiten am Birdy sind wie an jedem anderen Fahrrad auch mit äußerster Sorgfalt durchzuführen. Es ist geeignetes Werkzeug zu verwenden, zur ordentlichen Durchführung ist entsprechendes Know-how erforderlich. Wer über das benötigte Werkzeug und/oder Know-how nicht verfügt, wende sich an seinen Fachhändler zur Durchführung der Wartungsarbeiten. Beim Anziehen der Schrauben ist auf die Einhaltung des von riese und müller in der Bedienungsanleitung angegebenen Drehmomentes zu achten (für Birdys bis Modelljahr 2002 (Teil 2) auf Seite 62, in der aktuellen ab Modelljahr 2003 auf Seite 52).
Gutes Werkzeug erhält man z.B. von Syntace. Dort gibt es auch einen Drehmomentschlüssel (torque tool) mit Verlängerungen und Aufsätzen, mit dem auch schwer zugängliche Schrauben zu erreichen sind. Auch Park Tool stellt gute Werkzeuge her. Sie sind im guten Fachhandel oder einschlägigen Versandhandel zu haben.
SteuersatzDer Steuersatz des Birdys ist ein "upside down", also umgekehrt montierter Ahead Set Steuersatz. Der Vorbauschaft reicht durch das Steuerrohr, am unteren Ende ist die Gabel aufgeklemmt. Hier sind also die Rollen vertauscht: Die Gabelklemmung übernimmt die Rolle des Vorbaus, der Vorbauschaft des Birdys die des Gabelschaftes bei herkömmlich montierten Ahead Sets. Die Rolle der Gabelkrone übernimmt bei älteren Birdys der Klemmring unterhalb des Faltscharniers am Vorbau. Bei neueren Birdys (ab Baujahr 2003) ist dort ein Konus aufgepresst. Um den Steuersatz einzustellen, muss der Klemmring fixiert sein (4 mm Inbus). Ein lockerer Klemmring macht die richtige Einstellung unmöglich. Bei neueren Birdys mit aufgepresstem Konus entfällt diese Kontrolle natürlich. Die zwei Schrauben, die die Gabel am Vorbauschaft festklemmen, müssen hingegen gelöst werden (5 mm Inbus). Die Einstellung des Lagers erfolgt dann schließlich mit Hilfe der Inbusschraube (5 mm) in der Kappe des Ahead Sets. Zur Einstellung muss das Vorderrad weggefaltet (oder ausgebaut) werden, um die Schraube erreichen zu können. |
Foto: Peter de Leuw |
Arretierung der VorderradfederDie Vorderradfeder des Birdys wird mit einem kleinen Haken am Steuerrohr gehalten. Zwischen Haken und Feder sollte so wenig wie möglich Luft sein, damit die Feder nicht klappert. Die Justage erfolgt, indem die Feder einfach verdreht wird. Sitzt die Feder zu fest, muss man deren Befestigungsschraube (5 mm Inbus) etwas lockern. Sie sitzt in dem klaren, gelblichen Elastomer am Fuß der Feder. Man erreicht sie, indem man den Schaumeinsatz aus der Feder herauszieht. |
Fotos: Peter de Leuw |
Vorderradarretierung beim gefalteten BirdyJe nachdem, welchen Reifen man fährt, kann es passieren, dass beim gefalteten Birdy das Vorderrad nicht richtig gehalten wird. Beim Tragen klappt es plötzlich nach unten. Dann muss die Halteschraube (4 mm Inbus) an der Innenseite des rechten Gabelschaftes neu eingestellt werden. Besonders, wenn man den recht schmalen Schwalbe Stelvio-Reifen verwendet, empfiehlt sich vor der ersten Tour eine Überprüfung. |
Foto: Peter de Leuw |
Justierung des VorbaugelenksVon Zeit zu Zeit kommt es vor, dass das Vorbaugelenk nicht mehr spielfrei ist. Dann muss es nachgestellt werden. Dazu wird zunächst die kleine Schraube (2,5 mm Inbus) unterhalb des Gelenks gelöst (Pfeil). Anschließend muss die Kontermutter (8 mm) auf der gegenüberliegenden Seite des Gelenks gelöst werden. Im dritten Schritt wird die Achse, die das Gelenk mit dem Spannhebel schließt, etwas fester angezogen (3 mm Inbus, Pfeil). Die Einstellung muss feinfühlig erfolgen, das Scharnier darf nur gerade spielfrei eingestellt werden. Zum Abschluss wird die 2,5 mm-Inbusschraube wieder angezogen (Anzugsmoment 1 Nm), die Kontermutter wird mit 3-4 Nm festgeschraubt. Dabei muss die Spannachse mit einem Inbusschlüssel gegengehalten werden, damit sie sich nicht wieder verdreht. Ist das Gelenk spielfrei, gibt aber Geräusche von sich, hilft etwas Fett. Im Übrigen verweisen wir auf eine Dokumentation von riese und müller, die als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung steht. |
Foto: Peter de Leuw |
[Tausch Komfort/Allround-Vorbau] | [Präventiv-Austausch inkl. Scharnier]
In der Bedienungsanleitung für das Birdy wird seit 2002 der präventive, regelmäßige Wechsel des Vorbau- und Gabelschaftrohres vorgeschrieben, und zwar mindestens alle drei Jahre. Hierbei empfiehlt sich das Wechseln der kompletten Einheit inklusive Faltscharnier. Auch und gerade bei älteren Birdys, bei denen dies in der Bedienungsanleitung noch nicht vermerkt ist, empfiehlt sich dieser Tausch. Dies ist sinnvoll, da durch jahrelange Nutzung im Alltagseinsatz oder als Reiserad Beschädigungen oder Belastungen auftreten können, die bei so sicherheitsrelevanten Bauteilen, wie zum Beispiel dem Vorbau oder dem Gabelschaftrohr, in sehr wenigen Fällen zum Anriss oder Bruch führen können.
Ein regelmäßiger Austausch, wie er von vielen Herstellern hochwertiger Lenker, Vorbauten und anderer Bauteile empfohlen wird, beugt hier vor. Deshalb sollte auch der Birdy-Lenker, gemäß der Angabe
in der Bedienungsanleitung, alle zwei Jahre getauscht werden.
Seit Oktober 2005 gibt es die Vorbauten für den Präventiv-Austausch zu einem Sonderpreis:
Der komplette Austausch einer Vorbaueinheit, Allround, Modelljahr 2005 bzw. aktuelles Birdy red, kostet inklusive Montage beim Händler 69,90 Euro.
Ein Wechsel auf den höhenverstellbaren Komfortvorbau kommt auf 89,90 Euro.
Wer auf den aktuellen schwarzen 2006er-Vorbau mit neuem Faltscharnier wechseln möchte (einzeln lieferbar ab Januar 2006), bezahlt inklusive Montage 119,90 Euro (Allround oder Komfort, beide höhenverstellbar). Dieser Vorbau ist jedoch nur bei Birdys mit einem Gabelschaftrohr von max. 88 Millimetern verwendbar. Die 2005er-Vorbauten gibt es auch mit längerem Schaftrohr, passend für ältere Birdys, die ein längeres Steuerrohr als 88 Millimetern haben (z.B. alte Birdys mit Rennbremsen). Es ist also wichtig, die Gabelschaftlänge zu messen bzw. das Baujahr des Birdys anzugeben!
Die Bestellung erfolgt ausschließlich über den Händler.
Der ein oder andere mag vielleicht im Laufe der Zeit merken, dass der gewählte Vorbau nicht den Vorstellungen entspricht. r-m bietet zwei verschiedene Vorbauten an, die sich in der Neigung unterscheiden. Der Vorbau Komfort ist steiler, so dass der Abstand Lenker - Sattel kleiner ist als beim Vorbau Sport (früher Allround). Bei Vorbauten vor Modelljahr 2006 war der Komfort-Vorbau zudem höher und außerdem in der Höhe verstellbar. Seit Modelljahr 2006 ist auch der Vorbau Sport höhenverstellbar.
Der Austausch ist recht einfach und kann selbst vorgenommen oder aber einem Händler überlassen werden.
In der Regel muss nur der obere Teil inkl. des halben Scharniers getauscht werden (zu den Ausnahmen siehe unten). Seit etwa Mitte 2006 werden die Scharnierbolzen nicht mehr mit Seegerringen gesichert, sondern mit Splinten. Diese werden durch die Bohrung des Bolzens gesteckt und durch Umbiegen eines Schenkels gegen herausrutschen gesichert (Foto: Reiner John).
Zu den Seegerringen noch ein paar Hinweise für alle, die vielleicht noch altes Zubehör auf Lager haben: Früher gehörten zum Lieferumfang des Vorbaus noch 4 Seegerringe. Die Seegerringe sind an sich einfach zu montieren - wenn man das richtige Werkzeug hat. Es lagen jedem Vorbau 4 Stück bei, damit auch mal was schief gehen kann. Bei jeder Montage neue Ringe verwenden, Seegerringe dürfen nie wiederverwendet werden!
Das Gabelschaftrohr kann zur Montage des Vorbaus eingebaut bleiben. So muss nach erfolgter Montage auch kein Steuersatz eingestellt werden. Es kann jedoch sein, dass man nach der Vorbaumontage den Vorbau neu ausrichten muss, insbesondere dann, wenn man von "Adjust"auf "Allround" wechselt. Hierzu müssen aber lediglich die beiden Gabelklemmschrauben gelöst werden. Danach kann man das Schaftrohr so im Gabelschaft drehen, dass der Vorbau korrekt ausgerichtet ist. Jetzt die Klemmschrauben wieder anziehen (Drehmoment 4-5 Nm), fertig!
Im Frühjahr 1997 gab es eine kleine technische Änderung an den Faltscharnierplatten. Deswegen muss bei der Bestellung darauf geachtet werden, ob das "alte" Gabelschaftrohr zum neuen Vorbau passt. Sollte der Vorbau nicht passen, benötigt man auch ein neues Gabelschaftrohr. In diesem Fall wird r-m die komplette Einheit bereits vormontiert rausschicken. Der Einbau des Vorbaus wird deutlich, wenn man sich den Text zur Justage des Steuersatzes anschaut.
Der Vorbau wurde im Laufe der Zeit an einigen Stellen verbessert und verstärkt. Äußerlich erkennt man das nicht unbedingt, deshalb hier die Fotos aufgeschnittener Vorbauten:
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| Im Schnitt sieht man sehr gut, dass die Wandstärke an der Verbindung zur Scharnierplatte erheblich erhöht wurde. Die Stufe am neuen Vorbau (2006, links) ist gleichzeitig der Konussitz für den Steuersatz. | Dieses Foto zeigt die gleichen Vorbauhälften von außen. Die Riffelung am alten Vorbau (vor Modelljahr 2003, rechts) diente der Klemmung des alten Konussitzes, der als Klemmring ausgeführt war. |
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| Ein alter Vorbau mit Klemmring als Konussitz (älter als Modelljahr 2003). | Ein neuer Vorbau ohne Klemmring (hier an einem Frog abgebildet, die Vorbauten sind jedoch identisch). |
| Fotos: riese und müller | |
Wenn das Birdy nicht mit Schutzblechen ausgestattet ist, muss die Sattelstütze des Birdy nach Regenfahrten oder nach Fahrten über nasse Straßen und Wege gesäubert werden. Andernfalls schmirgelt beim Zusammen- und Auseinanderfalten der Dreck zwischen Sattelrohr und Sattelstütze. Die Stütze wird schwergängig und zerkratzt. Das Säubern erfolgt am besten mit einem trockenen Lappen. Dazu zieht man die Sattelstütze vollständig aus dem Rahmen. Auch das Sattelrohr sollte bei dieser Gelegenheit von innen geputzt werden.
Anschließend kann man die Sattelstütze mit Hartwachs behandeln. Fett empfiehlt sich nicht, da an ihm Staub und Dreck hängen bleibt, außerdem besteht die Gefahr, dass man sich das Fett bei Gebrauch des Birdys an die Kleidung reibt.
Wenn es zu Knarrgeräuschen im Bereich der Sattelbefestigung kommt, muss der Klemmmechanismus zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengebaut werden. Dabei ist unbedingt auf das vorgeschriebene Anzugsmoment zu achten (9-12 Nm)! Es hilft zwar kurzfristig, die Schrauben "richtig" fest anzuziehen, jedoch kann die Stütze dadurch beschädigt werden und unter Umständen brechen.
Ein zu weit nach hinten geschobener Sattel, im schlimmsten Fall noch in Verbindung mit einer schweren Tasche, kann die Stütze ebenfalls schädigen. Aufgrund des flachen Sitzwinkels des Birdys besteht in den meisten Fällen keine Veranlassung einer nach hinten verlagerten Sattelposition.
FelgenFelgen sind Verschleissartikel! Sie werden von den Felgenbremsen abgeschmirgelt. Die Flanken sind irgendwann so dünn, dass sie dem Reifendruck nicht mehr standhalten. Die Folge: Das Felgenhorn platzt ab, der Schlauch rutscht darüber und platzt. Dass so etwas während der Fahrt keinen Spaß macht, leuchtet ein. Was tun bei einer alten Felge ohne Indikator? Hier hilft nur messen. Dazu muss leider der Reifen von der Felge abgezogen werden. Die Felgen haben im Neuzustand eine Flankenstärke von rund 1,8 mm. Bei 1 mm sollte man die Felge tauschen. Um die Flankenstärke zu messen, gibt es spezielle Messschieber im Fachhandel (ca. 80 EUR). Man kann auch einen normalen Messschieber nehmen und an der Felgeninnenseite einen Abstandhalter bekannter Dicke unterlegen (z. B. 2,5- oder 3-mm-Bohrer), um das
Felgenhorn zu überbrücken. Alternativ kann man in einen handelsüblichen Messschieber auch Haken in die Backen schleifen, um um das Felgenhorn drumherum messen zu können (Foto). Es reicht für diesen Zweck auch ein günstiger Kunststoff-Messschieber aus. Zum Einspeichen der neuen Felge verweisen wir auf eine Dokumentation von riese und müller, die als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung steht. Bei anhaltenden Speichenproblemen bei Nabenschaltungen haben wir noch weitergehende Tipps. |
Foto: Peter de Leuw ![]() Foto: Carsten Schymik |
SchwingenlagerDas Lager der Hinterradschwinge braucht an sich keine Wartung. Einige Birdy-Fahrer berichten allerdings bereits nach einem halben bis rund zwei Jahren von einem völlig verrosteten Lager. Auf den Händlerseminaren von r-m wird empfohlen, das Lager einmal im Jahr auszubauen und zu fetten. Allerdings wird beim Einbau der Achse das meiste Fett ins Lagergehäuse geschoben. Es empfiehlt sich, die Achse ein kleines Stück zu verdrehen, damit Nadeln und Achse auf frischer Lauffläche zu liegen kommen und die Achse gleichmäßig verschleißt. Da das Lager im Fahrbetrieb nur in relativ kleinen Winkeln hin und her bewegt wird, wird das Fett aus den relativ schmalen und im Fahrbetrieb stark belasteten Kontaktbereichen von Lagernadeln und Achsen mit der Zeit vollständig verdrängt. Falten hilft, das Fett wieder gleichmäßig zu verteilen. Demjenigen, der sein Schwingenlager ausbauen will oder muss, hilft diese Dokumentation von r-m (pdf, 132KB). Zum Austreiben des Lagers kann man einen Schwerlastdübel verwenden. Eine Anleitung dazu hat Matthias geschrieben (jpg, 84KB). Ersatzlager gibt es bei r-m über den Fahrradfachhandel oder aber im Handel z.B. von FAG der Typ HK1010A (HK steht für Nadelhülse). Die Maße: Innendurchmesser d=10 mm, Außendurchmesser D=14 mm, Länge L=10 mm. Es werden zwei Stück benötigt. Hier eine komplette Dokumentation des Einsatzes von zwei Lagern des Typs HK1014-2RS. Eine Möglichkeit, die hier explizit ohne jegliche Garantie erwähnt wird, ist die Verwendung von ungedichteten Nadelhülsen. Um das Austrocknen der Lager zu verhindern, wird das Lagergehäuse angebohrt und ein Schmiernippel aus dem Kfz-Bereich eingesetzt. Wichtig ist, keinen Öler zu verwenden, sondern einen echten Schmiernippel mit Kugelventil. So kann mit einer entsprechenden Fettpresse das Lagergehäuse komplett mit Fett gefüllt werden. Etwa einmal im Jahr kann man dann nachfetten und dabei eventuell eingetretenen Schmutz und Wasser mit dem Fett herauspressen. Die Dinstanzstücke im Lagergehäuse müssen entsprechend geschlitzt werden, damit das Fett ins Gehäuse dringen kann. Außerdem sollte man von Zeit zu Zeit kontrollieren, dass der Bolzen noch mittig sitzt (oberes Foto). Er darf weder rechts noch links über den Rahmen herausschauen (unteres Foto). |
![]() ![]() Fotos: Paul Rosann |
RiemenantriebDer Riemenantrieb ist an sich wartungsfrei. Er benötigt weder Fett noch Öl. Nach vielen Kilometern verschleißt jedoch der Riemen. Er rutscht durch. Ein plötzlicher Riss ist jedoch nicht zu befürchten. Ein neuer Riemen muss nicht über den Birdy-Händler bei r-m bestellt werden. Es handelt sich um handelsübliche Riemen aus dem Kfz-Zubehör für den Drehstromgenerator, den Generator oder den Ventilatorantrieb. Benötigt wird ein Keilriemen, Flanken offen, gezahnt, 10 mm breit. Für den GLAD-Antrieb (oberes Foto) muss er 1.320 mm lang sein. Die Typenbezeichnung von Continental ist Contitech FO-Z XPZ 1320. Die Bezeichnung von Bosch müsste AVX 10 x 1320 LA sein. Der Hohlrad-Antrieb (unteres Foto) braucht eine Länge von 1.390 mm (Länge war nicht aufgedruckt, deshalb nachgemessen). Die Typenbezeichnungen ergeben sich dann entsprechend. |
![]() ![]() Fotos: Peter de Leuw/r-m |
Die Hinterradschwinge wurde bis Juli 1996 mit einer Seilschlaufe gesichert. Seitdem kommt ein Kunststoff-Formteil zum Einsatz. Bis einschließlich Modelljahr 2000 hatte es die Form eines Fisches (deshalb auch "Fish" genannt), seit Modelljahr 2001 die eines Löffels (deshalb auch "Spoon" genannt). Modelle mit Seilschlaufe lassen sich auf den Fish umrüsten. Fish bzw. Spoon sollten so eingestellt sein, dass sich das Elastomer beim Anheben des Rades nicht von der Halteplatte am Hauptrahmen entfernt. Die Montage und Einstellung von Fisch wird von r-m-Dokumenten erläutert: Diese Dokumente stehen als Fish und Spoon.
Allerdings ist die Montage des Fishs auch mit Anleitung nicht trivial. Wenn das Birdy waagerecht (!) auf der Seite liegt, lassen sich auf dem Fish die große Unterlegscheibe und Mutter in den Schwingenholm schieben. Ein dünner Inbusschlüssel/Speiche/Draht o. ä. durch die äußere Bohrung in der Schwinge kann dabei helfen, die richtige Position zu treffen.
Wenn nun die Schraube M6x20 durch die Bohrung die Mutter richtig trifft, dreht diese sich mit. Ohne dass die Mutter verrutscht, muss sie mit einem relativ dünnen Maulschlüssel (Schlüsselweite 10 mm) gegen gehalten werden.
Eine Lösung: Die Mutter nicht mit dem Fish einführen, sondern mit einem Streifen Klebefilm unter dem Maul des Schraubenschlüssels festkleben. Die große Unterlegscheibe lässt sich gleich mit an den Schlüssel kleben. Loch (kreuzweiser Einschnitt reicht aus) für die Schraube nicht vergessen!
Auf dem Bild wurde zur Verdeutlichung schwarzen Klebestreifen verwendet.
Foto: Carsten Thies
Beim zweiten Mal habe ich es etwas anders gemacht: Eine ausreichend kurze Inbusschraube mit Fish und großer Unterlegscheibe in den Schwingenholm geschoben und mit Inbusschlüssel durch die Bohrung festgezogen. Ist leichter. ;o)
Wenn das Gelenk an der Gabel schwergängig wird und dadurch den Faltvorgang behindert, muss es demontiert und gereinigt werden. Verschlissene Lager sollten ausgetauscht werden. Wir verweisen dazu auf eine Dokumentation von riese und müller, die als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung steht. Ältere Birdys (1995/1996) werden davon nicht erfasst.
Das Birdy ist mit einer Kunststoff-Pulverbeschichtung versehen, die nach Angaben von r-m keiner speziellen Lackpflegeprodukte bedarf. Lackstifte zum Ausbessern kleiner Schäden gibt es beim Händler.
Hier wollen wir nur kurz auf die allgemeinen Dinge hinweisen, die bei einer Wartung nicht vergessen werden sollten. Für die genaue Durchführung verweisen wir auf die einschlägige Literatur.
www.birdy-freunde.de/birdy/wartung.html - ausgedruckt am 04.02.2012