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www.birdy-freunde.de/events/faliww04.html - ausgedruckt am 18.06.2013
Von
Peter de Leuw, Rainer Zenz, Hanno Hirsch
Bereits vor zwei Jahren hat es auf der Spezi einen Faltliegerad-Konstruktionswettbewerb gegeben. In diesem Jahr gab es eine Neuauflage, organisiert von HPV, den Bromptonauten und birdy-freunden. Teilnehmer, Juroren, Publikum und Organisatoren waren sich einig: Der Wettbewerb war ein voller Erfolg.
Die Neuauflage unterschied sich im Wesentlichen in der geänderten Bewertung der vorgestellten Räder, die sich mehr an den Tugenden des Faltrades für Pendler orientierten. Erfreulicherweise musste der Wettbewerb nicht wie geplant im Foyer der Halle 3 ausgetragen werden - die Sonne lockte uns vor die Hallen. Das hob die Stimmung bei allen Beteiligten.
Die Anmeldung war bis kurz vor Beginn des Wettbewerbs möglich - bis dahin fanden sich 17 Teilnehmer, die sich dem Urteil der engagierten und fachkundigen Jury stellen wollten. Erfreulich war nicht nur die Anzahl der Teilnehmer selbst, sondern auch deren Herkunft. Auch aus den Niederlanden, Dänemark, den USA und Australien waren sie für den Wettbewerb und die Spezi angereist. Interessant war aus unserer Sicht auch die Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes: Sowohl Hobbykonstrukteure, die für ihren Eigenbedarf arbeiten, als auch kommerzielle Fahrradbauer, die für den Markt produzieren, waren in ausgewogenem Verhältnis dabei. Sie brachten sowohl Zwei- als auch ein Dreirad mit. Die Herausforderung für die Organisatoren und die Jury war es, Bewertungskriterien zu finden, die diese unterschiedlichen Räder nun doch vergleichbar machen. Uns interessierte vor allem das Konzept des Rades und die Umsetzung. Eine komplette Ausstattung für den Alltag mit Beleuchtung, Schutzblechen, Seitenständer und Gepäckträger war uns nicht wichtig. Deshalb wurden diese Ausstattungsmerkmale aus dem Gewicht herausgerechnet. In der Ergebnistabelle ist dieses "bereinigte Gewicht", das für die Wertung maßgeblich ist, angegeben. Dreiräder bekamen noch einen Bonus auf Gewicht und Faltmaß - ansonsten wären sie gegenüber Zweirädern nicht konkurrenzfähig.
Bewertet wurden also die Faltzeit, das Gewicht, das Packmaß sowie den Tragekomfort. Der Tragekomfort ergibt sich aus Merkmalen wie guter Griffmöglichkeit, Rollen, vor versehentlicher Berührung geschützter Kette, Schutz der empfindlichen Teile wie z.B. des Schaltwerkes, Anzahl der Packstücke. Einzelheiten dazu sind unter www.faltlieger.de/kriterien.html nachzulesen.
Als Sieger ging am Ende - zur Überraschung von Jury und dem Gewinner selbst - Hanno Hirsch mit seinem Twist Mk. I hervor. Hanno hatte mit seinem Twist bereits 2002 am Wettbewerb teilgenommen und einige Detailverbesserungen vorgenommen. Das Siegerrad ist ein Knicklenker nach dem Vorbild des Flevo. Die Dreigangnabe mit Rücktrittbremse punktet beim Gewicht und reicht für den Betrieb als Pendlerrad (und mehr) ohne weiteres aus. Durch den Vorderradantrieb ist die Kette kurz und verbleibt während des Faltvorgangs unangetastet am vorderen Teil des Rades. Das erfordert also keine besonderen Kunstgriffe. Das Rad wird am Knickgelenk geteilt (also kein zusätzliches Scharnier o.ä. für den Faltvorgang) und zu einem Rucksack zusammengeschnürt - die Hände bleiben also für sonstiges Gepäck frei. Der gepolsterte Holzsitz stellt dabei den Kontakt zum Rücken her, so dass beim Tragen nichts drückt. Verbesserungswürdig sind einige scharfe Kanten sowie der Vorgang des Verpackens/Verschnürens.
Die weiteren Räder können wir hier nicht in ganzer Breite vorstellen, dies wird unter www.faltlieger.de geschehen. Hier seien nur einige Besonderheiten herausgestellt. Fotos der gefalteten und ungefalteten Räder gibt es weiter unten.
Heiko Stebbe verpasste seinem Rad eine Faltkurbel als technischen Leckerbissen. Auch der aus einer Jeans genähte Beutel zum Gepäcktransport gefielt der Jury. Das im Wettbewerb kleinste Faltmaß sieht man dem Rad nicht an. Das Paket ist zwar recht lang, aber dafür schmal und flach. Durch die Länge kann die Kette am Platz verbleiben.
Jørgen Høiberg stellte wie Hanno einen frontgetriebenen Knicklenker vor.
Dieter Baumann trat wieder mit seinem ATL-Falter an. Das Rad ist vollgefedert und erlaubt die Befestigung einer in das Konzept integrierten Frontverkleidung. Sie kann abgenommen werden und ist faltbar. Leider muss die (fast vollständig in Rohren geführte) Kette vom Kettenblatt abgenommen werden.
Das frontgetriebene Rad von Frank Hertstein (Platz 4) fiel u.a. durch einen Klapplenker auf. Ein ebenfalls nettes Detail waren die innenverlegten Züge, die so am wenigsten beim Falten und Verpacken stören. Auch beim Rad von Michael Pohl gefiel eine solche Lösung.
Frank Lienhard trat wieder mit seinem Carbonlieger an. Der "Faltvorgang" ist überraschend einfach: Das mit einer Steckachse ausgestattete Hinterrad wird einfach abgenommen und weiter vorn wieder angesteckt. Insofern ist das Rad zwar weder ein Falt- noch ein Zerlegerad, aber es ist für die Mitnahme im Öffentlichen Nahverkehr ausgelegt. Auch dieses Rad ist frontgetrieben. Es war das einzige mit einem Gewicht von unter 10 kg.
Stefan Daniel kam an seinem "Langschiff" durch einen Direct Drive-Antrieb ohne Kette aus und konstruierte so eine potentiell optimal saubere Lösung. Leider dient das Laufrad als Tragegriff, so dass saubere Hände nicht garantiert werden können.
Ian Sims stellte sein neues Greenspeed GT3 vor. Es war das einzige Dreirad im Wettbewerb.
Das Bike Friday Sat'R'Day wurde vom deutschen Importeur Velodoctor vorgestellt. Das Rad ist wahlweise mit Oben- oder Untenlenker zu haben. Leider wird das Rad in vier Stücke zerlegt.
Richard Sadlers Rad überzeugte durch viel Liebe zum Detail. Wir sollten beim Lesen der Bewertungen nicht übersehen, dass die Räder aus den USA und Australien für dortige Bedingungen konstruiert wurden. Einen Öffentlichen Nahverkehr wie in Europa mit den entsprechenden Randbedingungen für Fahrradfahrer ist dort unbekannt. Dort liegt die Priorität meist beim Transport im Kofferraum des Autos.
Hier nun die genaue Wertung. Bei jedem einzelnen Kriterium wurde eine Rangliste (in Klammern, von 1-17) erstellt. Der Mittelwert ergibt dann den Gesamtrang. Die Faltzeit (Summe aus Falten und Entfalten) ist in Sekunden, das Faltmaß in Litern und das Gewicht in kg angegeben.
Faltzeit Faltmaß Gewicht Tragekomfort
1. Hanno Hirsch: Twist 130 (11) 190 (5) 10,8 (3) 4
2. Heiko Stebbe 70 (6) 136 (1) 20,4 (16) 1
3. Jørgen Høiberg 130 (11) 175 (2) 13,3 (4) 9
4. Dieter Baumann 65 (5) 197 (6) 15,5 (10) 6
4. Frank Hertstein 93 (9) 260 (10) 13,7 (6) 2
5. Frank Lienhard 7 (1) 425 (16) 9,7 (1) 11
6. Ingo Kollibay 74 (7) 201 (7) 15,2 (9) 7
7. Richard Sadler 135 (12) 255 (9) 13,5 (5) 5
8. Stefan Daniel: Langschiff 12 (2) 777 (17) 10,8 (3) 10
8. Martin Schleich 104 (10) 243 (8) 16,2 (11) 3
9. Greenspeed/Ian Sims: GT3 60 (4) 337 (13) 10,2 (2) 15
10. Junik/Juliane Neuß: Brekki 137 (13) 181 (3) 16,7 (12) 7
11. Bram Smit 50 (3) 396 (15) 14,0 (8) 14
12. Bike Friday/Velodoctor: Sat'R'Day 84 (8) 343 (14) 13,8 (7) 13
13. Michael Pohl 165 (14) 273 (11) 18,9 (15) 8
14. Steven Nurse 960 (16) 187 (4) 17,5 (13) 16
15. Aiolos: Aiolos 180 (15) 303 (12) 18,0 (14) 12
In der anhand der Applausstärke gemessenen Publikumswertung siegten Frank Lienhard gleichauf mit Heiko Stebbe vor Dieter Baumann. Weitere Ränge in der Publikumswertung wurden nicht ermittelt.
Die Organisatoren bedanken sich noch einmal bei den Teilnehmern, den Juroren und nicht zuletzt bei Hardy Siebecke, dem Ausrichter der Spezi, für die Schaffung der angenehmen Rahmenbedingungen.
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| 1. Hanno Hirsch: Twist |
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| 2. Heiko Stebbe |
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| 3. Jørgen Høiberg |
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| 4. Frank Hertstein |
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| 4. Radnabel: ATL Falter |
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| 5. Frank Lienhard |
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| 6. Ingo Kollibay |
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| 7. Richard Sadler |
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| 8. Stefan Daniel: Langschiff |
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| 8. Martin Schleich |
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| 9. Greenspeed: GT3 |
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| 10. Junik: Brekki |
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| 11. Bram Smit |
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| 12. Bike Friday: Sat'R'Day |
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| 13. Michael Pohl |
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| 14. Steven Nurse |
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| 15. Aiolos |
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www.birdy-freunde.de/events/faliww04.html - ausgedruckt am 18.06.2013