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www.birdy-freunde.de/events/origami/koeln-070407.html - ausgedruckt am 04.02.2012
Von Jan Berkelder
Die 3. Internationale alias 14. Rheinische Origamitour am 7. April 2007 war der Rheinfahrt gewidmet. Wir sind in Emmerich am Rhein gestartet, dem Rhein so dicht wie möglich folgend und schließlich in Arnhem direkt am Rhein gelandet. Dort wurde zum ersten Mal ein Kaifest mit historischen Schiffen organisiert.
Am Bahnhof Emmerich meldeten sich 8 Teilnehmer, davon 4 aus Gelderland und 4 aus Nordrhein-Westfalen. Mirjam, Chris und Jan waren sogar schon 18 Kilometer Rad gefahren, um die ÖPNV-Lücke zwischen beiden Nachbarstaaten zu überbrücken, und hatten danach in Emmerich gefrühstückt.
Reiner John erlebte seinen Geburtstag und konnte das nicht geheim halten. Rainer Bulkowski hatte zur Feier eine Literflasche Altbier aus Düsseldorf mitgebracht. Weil ein Liter Bier morgens um 10 allgemein doch als relativ viel empfunden wurde, haben wir diesen mit einem am Bahnsteig wohnenden Bierkenner geteilt. Der wiederum konnte uns daher mit Leichtigkeit vergeben, dass wir unsere Falträder mehr oder weniger in seinem Schlafzimmer geparkt hatten.

Reiner entdeckte am Bahnsteig noch ein verlassenes Zerlegerad, dass er leider nicht mitnehmen konnte, weil keiner einen Anhänger dabei hatte.

Nach dem Bier en route. Gutes Wetter, zwar mit kaltem Wind, aber unter einem eindrucksvollen Himmel. Von vorne nach hinten: Mirjam, Andrea, Rainer, Chris, Martine, Ben, Reiner.

Der erste Halt war an einem Monument: dem Drehkran der ehemaligen Hollandsch-Duitse Steenfabrieken in Spijk, Baujahr 1900. Der Giekbaum hat eine Höhe von 10 Metern und einen Drehbereich von 12 Metern. Der Kran diente dazu, frisch gebackene Steine aus dem Lager der Steinfabriken auf Rheinschiffe zu verladen.

Nach ungefähr 30 Kilometern über Deiche und zum Teil direkt am Rhein durch Auwald und Überschwemmungsgebiete konnten wir den Rhein mit der Fähre beim Städtchen Huissen überqueren. Dann waren es nur noch 6 Kilometer nach Arnhem und zum Kaifest.

Der Kaifest war etwas kleiner als erwartet, aber um so gemütlicher. Es roch tatsächlich nach Öl und geräuchertem Lachs. Von links nach rechts Andrea, Chris, Rainer und Ben.

Der Hunger nagte aber sehr nach unserer Fahrt. Deswegen wurden die Räder in Jans Büro geparkt, das seinen Sitz am Rheinkai hat, und wir landeten in einem Indonesischen Restaurant um die Ecke; mal was anderes, auf jedem Fall für die deutschen Teilnehmer. Wie man sieht, haben die Teilnehmer sich am Tisch nach Sprache verteilt. Um das zu überbrücken, sprach das Personal im Restaurant nur Englisch.

Hier sieht man Mirjam, die ihre Wahl aus den mehr als 35 Gerichten trifft, die auf dem Buffet verfügbar waren. Meistens isst man Indonesisch in 3 Runden. Zuerst Reis in der Mitte, und rings herum von den meisten Gerichten winzige Mengen. In der zweiten Runde nur die Gerichte, die man noch nicht gekostet hat. In der dritten Runde noch einmal die Gerichte, die einem am Besten gemundet haben. Und dann gibt es nur für die Tapferen noch einige süßere Gerichte, quasi als Nachtisch.

Nach der herrlichen Mahlzeit zurück zum Kai. Eine erfreuliche Überraschung: Es gab noch einen neunten Teilnehmer. Gereon Broil hatte Verspätung bei der Anfahrt der Bahn und sich daher entschieden, allein von Emmerich nach Arnhem zu fahren, ohne Karte und angetrieben nur von einigen Litern Karnemelk.

Am Kai gab es verschiedene Aktivitäten. Darunter eine Präsentation der Holzverarbeitung im Schiffsbau. Martine schaut fasziniert zu.

Ein Shanty-Lieder-Chor war auch dabei. Schade, dass wir diese begeisterten Sänger hier nicht hören lassen können. – Doch, dank Reiner haben wir zumindest eine kurze Kostprobe (mpeg, 8.6M).

Auch laut, aber weniger angenehm, war die Demonstration vom Reparieren von Stahlbeplankungen mittels Schiffswandnieten. Die alten Nieten werden mit Gewalt herausgeschlagen. Auf die zu reparierende Stelle legt man eine neue Stahlplatte und bohrt sie passend zu den alten Nietlöchern. Mit Schrauben hält man die Platte zum Nieten vorläufig fest. Der neue Niet wird in einem Gasofen glühend heiß gemacht, in das alte Bohrloch eingesetzt und mit einem Vorschlaghammer auf der Außenseite der Schiffswand platt geschlagen, gleichzeitig mit einem Gegenhalter (Düppel) auf der Innenseite rund geformt. Da sich die Nieten beim Abkühlen verkürzen, wird die Wand wasserdicht.

Leider hatten wir schon so viel Indonesisch gegessen, dass ein Brötchen mit geräucherten Lachs uns nicht mehr verführen konnte. Hinter dem Verkäufer seine Räucherkammer, wo er manchmal Aal, jetzt aber Lachs räucherte.

Kurz vor der Abfahrt per Bahn von Arnhem nach Zevenaar zeigten wir uns noch einmal zusammen vor Jans Büro. Von links nach rechts: Ben, Reiner, Martine, Andrea, Chris, Jan, Rainer und Gereon. Mirjam machte dieses Foto.
Die übliche Fahrzeugstatistik: 2 Brommis, 1 Dahon Jetstream, 6 Birdys.

Von Zevenaar nach Emmerich gab es noch einen 18 Kilometer langen schönen Weg am Eltener Berg vorbei. Eine gelungene Origami war es sicher.
www.birdy-freunde.de/events/origami/koeln-070407.html - ausgedruckt am 04.02.2012