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www.birdy-freunde.de/events/origami/koeln-070915.html - ausgedruckt am 08.09.2010

Rheinische/Internationale Origami-Tour

Von Emmerich über Arnhem und Nijmegen nach Kleve

15. September 2007

 

Von Jan Berkelder, Fotos: Jan Berkelder, Gereon Broil, Reiner John
Am 15. September 2007 fand diese 4. Internationale Origamitour statt. Zur Erinnerung: Die erste verlief von Emmerich über die Insel Schenkenschans am Rhein entlang in die Ooijpolder. Die zweite ging von Geilenkirchen über Maaseik in Belgien nach Roermond im niederländischen Limburg. Die dritte führte uns von Emmerich aus zum historischen Kaifest in Arnhem. Und diese vierte hat uns von Emmerich nach Kleve gebracht, zwar über niederländischen Boden.

Die Zahl der Teilnehmer war diesmal gering, die Stimmung aber mehr als ausgezeichnet. Gereon Broil, Reiner John und Rainer Bulkowski trafen sich an Gleis 1 im Emmericher Bahnhof mit Jan Berkelder, der dazu aus Gelderland gekommen war. Jan und Reiner mit Birdys, Rainer mit seinem neuen faltbaren HP Scorpion Trike, und Gereon forderte uns mit Erfolg heraus auf dem Albrecht Plus 20.

Startklar

Um 10.00 fuhren wir los in die Richtung Zevenaar. Direkt am Bahnhof trafen wir uns mit zwei aus Amsterdam angereisten Birdy-Fahrern. Erstaunt, nie erwartet. Zwei Niederländische Birdys aus dem Jahr 1997. Marijke und ihr Partner machten Urlaub in Kleve und hatten sich entschieden, ein Stückchen mit uns zu fahren. Auf diesem Stückchen erfuhren wir, dass die zwei sehr treu das Birdy-Forum besuchten und auch die Origami-Berichte gerne lesen. Außerdem haben sie offenbar einige Male in England an einer Origamitour teilgenommen. Das Birdy des Partners war außerordentlich getuned, und Gereon und ich waren fest entschlossen eine Menge Fotos zu machen von diesem Geschöpf.

Und dann hatten die netten beiden plötzlich, nach sechs Kilometern, Lust nach Kaffee und weg waren sie. Kein einziges Foto ist der Nachwelt geblieben. Schade.

Für 18 Kilometer brauchten wir etwa 50 Minuten und waren dadurch rechtzeitig im Syntus-Zug nach Arnhem. Rainer konnte sein Scorpion direkt in den Zug fahren und behinderte kaum die anderen Passagiere. Die Lint-Züge haben wohl ausgezeichnete Radfahrer-Fazilitäten.

Bequem in den Zug

Im Bahnhof Arnhem angekommen, konnten wir diese Missgeburt ausführlich genießen. Es ist ein provisorischer Bahnhof, der für drei Jahre gebaut worden ist, aber wahrscheinlich durch Fehlplanung zehn Jahre die Passagiere ärgern wird.

Vor dem Bahnhof trafen wir unseren Begleiter Louis Verhaar, der uns über einen geplanten, aber noch nicht gebauten autofreien Fernradweg nach Nijmegen bringen würde. Aber nicht eher als Rainer sein übliches Origami-Ritual vollbracht hatte: Das ausschenken von einem Liter dunklen Bier. Reiner John trinkt das aber prinzipiell nur aus seinem Helm. Klug, denn damit kann er die ewige Helmpflichtdiskussion an sich vorbei gehen lassen.

Prost!

Auch Louis Verhaar hat uns nur einige Kilometer begleitet. Deswegen haben wir auch kein Foto von ihm. Er hatte recht. Mit nur einem Niederländer, der dieses Fernradwegprojekt schon kennt, und drei Plattdeutsche, die daran kaum interessiert waren hatte seine Begleitung wenig Nutzen.

Wo waren doch die anderen Dutzende niederländischen Teilnehmer, die wir erwarteten? Ach ja, die Niederländer sind so gazellisiert, dass das Faltradfahren wohl das lächerlichste ist was die sich vorstellen. So werden wir Radfalter zur Elite und das hat auch etwas.

Wir hatten dennoch eine schöne Fahrt durch die Betuwe. Meistens gute Radwege und gute Beschilderung. In Nijmegen waren wir vor allem hungrig. Auf einer Terrasse ohne ansehen bekamen wir von einem netten Gastgeber herrliche "gehaktballetjes met mosterd".

Guten Appetit!

Und dann auf zum Fahrradmarkt im Zentrum von Nijmegen, einer Initiative der Gemeinde Nijmegen, um das Radfahren in der Stadt zu stimulieren. Der Markt war eigentlich eine Art Mini-Spezi-Germersheim. Na ja, sehr mini-mini, aber trotzdem etwas Besonderes in diesem eingeschlafenen ex-Fahrradland. Das schöne war, dass neben etwas Fahrradtechnik auch die Verbindung mit Umwelt und Fahrradinfrastruktur klar gemacht wurde.

So gab es z.B. den Bikedispenser, eine große Trommel mit 50-100 Stadtfahrrädern, die man in einem preisgünstigen Abonnement leihen kann. Zwei davon sind jetzt im Bau, bei Vorortbahnhöfen in Arnhem und Nijmegen. Qualitativ gute Räder für die tägliche Fahrt vom Bahnhof zum Arbeitsplatz. In der Trommel nimmt jedes Rad nur 18 Zentimeter Breite ein!

Für das sichere Abstellen vom eigenen Fahrrad in Wohnvierteln gab es auch eine Lösung: den Fietshangar. Wenn vier oder mehr Bewohner einer Straße eine Fietsgarage haben möchten, lässt die Gemeinde diese aufstellen, und die Bewohner zahlen dafür eine ordentliche Monatsmiete. Hier eine Aufnahme von Reiner:

Fietsgarage
Ein Klick auf das Bild lädt den Film - 7,2 MB mpg

Dann gab es noch Berkelbike, der Räder für Personen mit Querschnittslähmung baut, z.B. mit Handantrieb. Es ist auch möglich, Hosen mit Sensoren zu verwenden, um mit Muskelimpulsen, auf die die Muskeln selbst nicht mehr reagieren, das Rad zu steuern.

Reiner und Gereon waren sehr interessiert an diesen Biomega-Fahrrädern mit Kardanantrieb,

Fachmännische Blicke

während Rainer in seinem Scorpion sein Nachmittags-Nickerchen genoss. Der Velotroll in seinem Habitat:

In der Ruhe liegt die Kraft

Biomega produziert übrigens auch so genannte "non-nerded folding-bikes", Z.B. das Model Boston:

Biomega Boston

Ich möchte hier ein Kompliment machen für den Mut zur Initiative dieses Marktes. Wenn die Gemeinde Nijmegen es schaffen würde, diesen Markt wachsen zu lassen zu einem Event wie die Spezi in Germersheim, hat man wirklich etwas im Haus. Eine Fahrrad-touristische Attraktion erster Klasse und ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung des Kohlendioxidausstoßes und der Feinstaubbelastung.

Unsere Tour führte uns zu einer neuen und besonderen Fahrradbrücke über die Waal, die die nördlichen und neue südliche Stadtteile von Nijmegen verbindet. Die Brücke ist an der bestehenden Eisenbahnbrücke aufgehängt und bietet sehr viel Raum für Fußgänger und Radfahrer. Spektakulär schön. Hier der Origami-Fab-Four auf der Brücke vor dem Selbstauslöser:

Origami-Fab-Four

Inzwischen war es gegen 16.00 Uhr und wir wollten noch weiter nach Kleve. Direkt von der Innenstadt zur Waal, und ab hier 33 wunderschöne Kilometer nach Kleve. Wir sind grundsätzlich über die schmalen Waal- und Rheindeiche gefahren. Vorbei an schönen alten Häuschen, Auwäldern, Vogelschutzgebieten, weiten Aussichten über die sich ständig ändernde Flusslandschaft, zwischen den Gänsen.

Rhein-Panorama

Eine kleine Pause beim alten Logement Oortjeshekken, wobei das Abschlussbier getrunken wurde:

Oortjeshekken

Und wieder auf zum Ziel, den Bahnhof in Kleve, wo uns nach genau 75 Kilometern der Talentzug nach Düsseldorf erwartete.

Im Zug wurden die Räder wieder gefaltet. Zu unserem Erstaunen zeigte Reiner wie er sein Birdy auf den Kopf gestellt faltete. Wir waren zu spät mit der Kamera, leider. Verabredet wurde deswegen, dass bei der nächsten Origamitour Reiner, auf den Kopf gestellt, sein Birdy falten wird, und dabei gefilmt wird.

Rainer hingegen konnten wir fotografieren beim Falten seines Scorpions. Na ja, falten? Was sich vor allem faltete war der Velotroll himself, aber spektakulär zum Anschauen war es sicher.

Rhein-Panorama

Diese Origamitour... klein aber oho!

Rainer Bulkowski hat wieder einen Film gedreht – zu sehen bei 4unterwegs.de.

 

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© 2007 - letzte Aktualisierung: 30.10.2007
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