



www.birdy-freunde.de/mybirdy/scheibenraeder.html - ausgedruckt am 17.05.2012
Scheibenräder für das Birdy
Von Ulli Gehrmann

- Ziel: gerade bei kleinen Laufrädern und deren höherer Umdrehung müsste sich der aerodynamische Vorteil schon bei niedrigeren Geschwindigkeiten, d.h. früher als bei großen Laufrädern, bemerkbar machen.
- Problemstellung: einerseits sollen die Speichen des Laufrades gut mit einer Scheibe mit möglichst glatter Außenhaut auf beiden Seiten abgedeckt sein, um den Fahrtwind abzuweisen und die Verwirbelung zu verhindern, anderseits soll das Material möglichst wenig wiegen und genügend Formstabilität haben, um den aerodynamischen Vorteil nicht wieder an Beschleunigung oder am Berg zu verlieren.
- Diese "Scheiben" erhalten den Federungskomfort der Speichenräder, denn richtige Scheibenräder federn dagegen gar nicht und sind bretthart.
- Laufradwahl: Da am Hinterrad die Verwirbelung größer und das Gewicht höher ist, sollte vorrangig das hintere Laufrad verkleidet werden. Auch wenn bei höheren Geschwindigkeiten die Verkleidung am Vorderrad vorteilhaft ist, ist die Lenkung bei starkem Seitenwind gewöhnungsbedürftig.
- Fahrverhalten: bei sturmstarkem seitlichem Wind ist deutlicher Druck spürbar, aerodynamisch werden die Scheiben nach meiner Beobachtung ab ca. 25 km/h wirksam. (Keine Messergebnisse, sondern Beobachtung im Vergleich mit Rennrädern; das Birdy läuft damit fast genau so schnell.)
- Vorsicht: Besondere Vorsicht ist bei Scheibenrädern geboten, wenn eine längere Strecke bergab gebremst wird. Die Felge erhitzt sich viel stärker und die Abkühlung dauert sehr lange dauert.
- Akustik: der geschlossene Raum des Scheibenrades wirkt wie ein Resonanzboden recht laut. Bei Zeitfahrwettbewerben kann man das Geräusch auch bei TV-Übertragungen mal anhören. Liebhaber empfinden es als satten "Sound", der besonders laut im Wiegetritt von der Trittfrequenz seinen Rhythmus bekommt.
- Sauberkeit: Auch bei Regen und Matsch bleibt das Innenleben sauber.
- Aussehen: mit Scheibenrädern sieht das Birdy fast aus wie eine Zeitfahrmaschine.
- Bisherige Erfahrungen: Beide Laufräder als Scheibenräder haben sich bewährt auf Radmarathons mit 300 km und 400 km Streckenlänge im Frühjahr 2003 (vgl. Superlative). Auf der 300er Strecke hatten wir heftige Böen, die ich ohne weiteres Aussteuern konnte.
- Suche nach weiteren Verbesserungen: eine glattere Außenhaut und noch leichtere Befestigungen.
Material
Isomatte, Speichenschutzscheiben, Hutgummi und dafür eine große Nadel:
- Kosten für ein Laufrad ca.: 12 EUR
- Gewicht: zusätzlich für ein Laufrad ca. 80 gr.; wer am Hinterrad ohnehin eine Speichenschutzscheibe hat, für den sind es nur 60 gr. zusätzlich.
- Vorteil dieser Konstruktion: die 8 mm Stärke der Isomatte deckt gut zwischen Speichennippel bis zum Rand der Felge ab, sie ist leicht, preiswert und gut montierbar.
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| Materialien mit Ausschnitt |
Im Detail
- Isomatte, 1,80 m * 0,50 m * 0,8 cm stark, mit einem Gewicht von 220 Gramm, häufig auch in sortierten Farben zu bekommen, 3 EUR ist für 5 Scheiben gut.
- Das Gewicht einer Isomatten-Scheibe beträgt nur 17 Gramm.
- insgesamt werden 2 Scheiben-Abdeckungen für ein Laufrad mit Ø 34,5 bis 35,0 cm außen und ca. Ø 13 cm innen ausschneiden. Die Innenloch der Isomatte für die Nabe und die Speichenschutzscheibe, die die Isomatte an die Speichen drücken soll, muss 2 cm im Ø kleiner sein als die Speichenschutzscheibe). Wegen der leichten Kegelform der Speichen zur Felge hin, muss ein Streifen von ca. 2 cm - am äußeren Rand der Isomattenscheibe gemessen - konisch zum Innenkreis und Mittelpunkt verjüngend zulaufend ausgeschnitten werden. Der Schnitt lässt sich später von innen und außen abkleben, wie auch das Luftpumpenloch.
- ein 5 cm großes Loch für den Zugriff auf das Ventil an einer Scheibe pro Rad ausschneiden. Das kann man später nach dem Aufpumpen mit einem farblich passenden Textilband abkleben.
- Außerdem sollte man an einen kleinen Lochausschnitt für den Tachomagneten denken.
- Speichenschutzscheiben sind zumeist aus Klarplastik und lassen sich farblich passend sprayen. Sie wiegen knapp 20 gr./Stück.
- für das Vorderrad ergibt sich eine besonders elegante Befestigung: Da die Speichenenden nach Außen zeigen, kann der Flanschrand der Nabe auch die Klemmbefestigung für die darüber geschobene sitzende Speichenschutzscheibe bieten. Die Plastikscheibe sollte im Mittelkreis soweit aufgesägt werden, dass sie knapp über den Flansch passt.
Achtung: das Birdy hat bei normalen Vorderradnaben nur einen geringen Abstand am unteren Ende der Gabel zu den Speichen!
- Für die Standard-Hinterradnabe bietet Shimano einfach zu montierende Speichenschutzscheiben mit Widerhaken im Handel an.
- Für die Kranzseite bietet SRAM auch einen Speichenschutz für 3 * 7/8/9 an.
- Ansonsten muss man eine universelle Speichenschutzscheibe aussägen und ggf. mit Kabelbindern fest an den Speichen befestigen. (Bei SRAM auf der anderen Seite.)
Achtung auf der Kranzseite: Wenn die Kette auf dem größten Ritzel läuft, kann die untere Schraube des Schaltwerks - an dem auch der Falt-Fangkäfig angeschraubt ist - zu lang sein und die "Scheibe" beschädigen. Die Schraube ist problemlos durch eine kürzere zu ersetzen.
- Textilband: Zur Stabilisierung der zylindrischen Form wird die Scheibe an den Schnittkanten von innen mit einem Textilbandstreifen zusammengeklebt.
- Hutband: In 2 cm Abstand von der Felge in Richtung Nabe werden die beiden Isomattenscheiben mit einem Hutgummi mit großer Nadel (Nähgeschäft) mit je einem Stich in der Mitte zwischen zwei Speichen so zusammengenäht, dass die Verkleidung eng an den entsprechenden Speichen der Scheibenseite anliegt. Das Gummi leicht spannen, dass kein Scheibenrand über die Felge hinaussteht und in die Bremse geraten könnte. Die beiden Enden des Gummis können durch einen Kordelstopper oder Knoten hinter dem Luftpumpenloch der einen Scheibeseite befestigt werden. Das Gummi lässt sich bei Reparaturen und für den Kompressor leicht lösen und wieder spannen.
- Textilband: Zum Abkleben von Außen 1. der Schnittkante und 2. des Luftpumpenloches wird ein breiter Streifen Textilband in passendem Farbton darüber geklebt.
An- und Abbau:
Das Hutgummi zu befestigen und zu lösen dauert schon ein paar Minuten und man braucht zumindest zum Anbau eine passende Nadel!
Tipp: keine Sicherungsmutter auf der Innenseite der Felge am Ventil aufschrauben, auch keine Kappe, weil Schlauch- und Mantelwechsel dann einfacher sind und die Verdreckungsgefahr gering sind.
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© 2003 - letzte Aktualisierung: 11.01.2006
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